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Napoleon : Trikolore und Kaiseradler über Rhein und Weser

Über Napoleon und sein Verhältnis zu Preußen und Westfalen gibt es bis zum 9. April eine Sonderausstellung im Weseler Preußenmuseum :

http://www.napoleon-ausstellung.de

Auf dem Fahrt dorthin fährt man fast ausschließlich über die von Napoleon veranlasste "Chaussee Paris á Hambourg", heute bekannt als B58. Siehe auch Napoleonsweg.



Pressetext:

Eine Ausstellung des Preußen-Museums Nordrhein-Westfalen unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers.

Wesel 11.02.2007 - 09.04.2007, Minden 06.05.2007 - 01.07.2007

Mehr als zwanzig Jahre währte die französische Herrschaft auf der linken Rheinseite, mehr als sieben Jahre in den rechtsrheinischen Gebieten, die Napoleon zum Großherzogtum Berg und Königreich Westfalen umbilden ließ. Kurz darauf mischte Napoleon die Karten neu. Ende des Jahres 1810 fielen so die königlich westfälischen Gebiete in Nordwestdeutschland mit dem Königreich Holland, dem Herzogtum Oldenburg und den Hansestädten an Frankreich. Das Empire war um ein weiteres Mal größer geworden. Aber nicht nur die alten Grenzen verschwanden und wurden neu abgesteckt, auch das Gebäude der alten Staats- und Lebensordnungen brach zusammen und wurde - in unterschiedlichem Tempo - durch neue Orientierungen ersetzt. Wenn dieser Prozess auch mit der Französischen Revolution unter Trikolore und Marseillaise begann, so lenkte ihn erst Napoleon - seit 1799 Erster Konsul - in geordnete Bahnen, trat als Gesetzgeber und große Integrationsfigur hervor, schloss den Frieden mit der katholischen Kirche (Konkordat 1801) und präsentierte sich als Imperator (1804) und Bürgermonarch zugleich. Erst in seiner Regierungszeit, mit dem Frieden von Lunéville (1801), wurde die Vereinigung der linken Rheinseite mit Frankreich völkerrechtlich festgeschrieben. Für die rechtsrheinischen Gebiete führte man die Neuerungen aus Frankreich ohnedies unter napoleonischen Vorzeichen ein. Wer war nun der Mensch, der Staatsmann und Feldherr Napoleon, der als Erbe der Revolution das alte Europa umstürzte und sein Empire auf neuen und alten Fundamenten zu gründen versuchte? Wie griff er in Rheinland und Westfalen in die Strukturen von Staat und Gesellschaft ein und welche Nachwirkungen waren ihm in beiden Regionen beschieden? Diesen Fragen geht die Ausstellung "Napoleon. Trikolore und Kaiseradler über Rhein und Weser" nach, die viele Objekte aus dem Besitz Napoleons und seiner Familie präsentiert, die bislang noch nie in Deutschland zu sehen waren.

Begleitend zu den politischen und militärischen Stationen der Biographie Napoleons werden Ereignisse und Entwicklungen französischer Herrschaft in Rheinland und Westfalen vorgestellt. Hierzu zählen das Auftauchen der Revolutionstruppen im Rheinland und die hiermit verbundenen drückenden Militärlasten und die Einführung der streng hierarchischen Organisation der Verwaltung

Zu den modernen Zügen der napoleonischen Herrschaft gehörte eine umfangreiche Propaganda in Wort und Bild, hierunter eine Flut von Medaillen, die sich auch in die linksrheinischen Departements und später in die Rheinbundstaaten ergoss. Die Einführung der napoleonischen Gesetzesbücher, die Aufhebung der feudalen Lasten, die Garantie der religiösen Freiheit kennzeichneten ebenfalls die Entwicklungen in Berg und Westfalen.

Die bergische und westfälische Wirtschaft litt dagegen sehr unter der Zollgrenze am Rhein und der Kontinentalsperre, die Napoleon Ende 1806 verhängte, um englische Waren zu boykottieren. Ein intensiver Schmuggel war die Folge, dessen die französische Zollpolizei nicht Herr zu werden vermochte.

Eine weitere Sequenz ist den Beziehungen Napoleons zu seiner Familie gewidmet, die er bei der Verteilung der Throne in Europa protegiert und als probates Mittel der Herrschaftssicherung einzusetzen versucht. Eine genealogische Tafel und ausgesuchte höfische Geschenke mit Miniaturporträts veranschaulichen diese Verwandtschaftsbeziehungen.

Während in den linksrheinischen und bergischen Landesteilen der späteren preußischen Rheinprovinz das französische Recht wie auch Elemente der französischen Gemeindeordnung weiterhin Bestand hatten, dem linken Niederrhein auch die französische Notariatsordnung erhalten blieb, wurden in Westfalen die preußischen Ordnungen in Justiz und Verwaltung etabliert. Bildete die Franzosenzeit nun einen wichtigen Bestandteil des rheinischen Selbstbewusstseins, auch in Abgrenzung zu Preußen, so galt jene in Westfalen als eindeutiger Negativposten der eigenen Landesgeschichte.

Preußen-Museum Nordrhein-WestfalenWesel An der Zitadelle 14-20 46483 Wesel Tel.: 0281/339960 Minden Simeonsplatz 12 32427 Minden Tel.: 0571/83728