Maria Kahle: Unterschied zwischen den Versionen

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Die völkisch-nationale Schriftstellerin wurde als Maria Keßler 1891 in Wesel geboren, aber verbrachte ihre ersten 12 Lebensjahre in Wulfen. Diese Zeit und die während des ersten Weltkriegs unter Auslandsdeutschen in Brasilien verbrachten Jahre waren für sie prägend. Sie war eine herausragende Propagandistin völkischen Gedankenguts und in der NS-Zeit hoch angesehen. Im Heimatkalender sind zahlreiche Heimat-Gedichte von ihr abgedruckt worden.
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Die völkisch-nationale Schriftstellerin wurde als Maria Keßler 1891 in Wesel geboren, aber '''verbrachte ihre ersten 12 Lebensjahre in Wulfen'''. Diese Zeit und die während des ersten Weltkriegs unter Auslandsdeutschen in Brasilien verbrachten Jahre waren für sie prägend. Sie war eine herausragende Propagandistin völkischen Gedankenguts und in der NS-Zeit hoch angesehen. Im Heimatkalender sind zahlreiche Heimat-Gedichte von ihr abgedruckt worden, auch nach 1945.
  
 
Am 23. Januar 1949 ist sie auf Einladung des Heimatvereins in Wulfen. Sie trug Gedichte vor, las aus ihren Werken und erzählte von den glücklichen Kindertagen, die sie hier verbracht hat (siehe Wulfener Chronik 1938-1975).
 
Am 23. Januar 1949 ist sie auf Einladung des Heimatvereins in Wulfen. Sie trug Gedichte vor, las aus ihren Werken und erzählte von den glücklichen Kindertagen, die sie hier verbracht hat (siehe Wulfener Chronik 1938-1975).
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==Zitat 1937==
 
==Zitat 1937==
 
"Aufwühlender als wir hat keine andere Landschaft des Reiches den Einbruch der Industrie und Technisierung und Rationalisierung auch des ländlichen Lebens und als Gefährlichstes im Industriegebiet die Verwirrung durch fremdrassige Unterwanderung erlitten; verwüstender als dort hat nirgendwo die Zivilisation altes Kulturland überschwemmt und überlieferte Bindungen zerstört. Aber was vor einem Jahrzehnt noch Chaos schien, gliedert sich nun bereits zu neuen Ordnungen, ein neues Lebensgefühl beginnt einen ihm gemäßen Lebenstil zu formen." <br>
 
"Aufwühlender als wir hat keine andere Landschaft des Reiches den Einbruch der Industrie und Technisierung und Rationalisierung auch des ländlichen Lebens und als Gefährlichstes im Industriegebiet die Verwirrung durch fremdrassige Unterwanderung erlitten; verwüstender als dort hat nirgendwo die Zivilisation altes Kulturland überschwemmt und überlieferte Bindungen zerstört. Aber was vor einem Jahrzehnt noch Chaos schien, gliedert sich nun bereits zu neuen Ordnungen, ein neues Lebensgefühl beginnt einen ihm gemäßen Lebenstil zu formen." <br>
Abgedruckt im Heimatkalender 1938 S.43f : Maria Kahle, Trägerin des 2. westfälischen Kulturpreises, bekennt sich zur Heimat (Westfalentag 1937 in Paderborn)
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Abgedruckt im Vestischen Kalender 1938 S.43f : Maria Kahle, Trägerin des 2. westfälischen Kulturpreises, bekennt sich zur Heimat (Westfalentag 1937 in Paderborn)
  
  

Version vom 19:42, 10. Aug 2019

Vestischer Kalender 1938, S.42

Die völkisch-nationale Schriftstellerin wurde als Maria Keßler 1891 in Wesel geboren, aber verbrachte ihre ersten 12 Lebensjahre in Wulfen. Diese Zeit und die während des ersten Weltkriegs unter Auslandsdeutschen in Brasilien verbrachten Jahre waren für sie prägend. Sie war eine herausragende Propagandistin völkischen Gedankenguts und in der NS-Zeit hoch angesehen. Im Heimatkalender sind zahlreiche Heimat-Gedichte von ihr abgedruckt worden, auch nach 1945.

Am 23. Januar 1949 ist sie auf Einladung des Heimatvereins in Wulfen. Sie trug Gedichte vor, las aus ihren Werken und erzählte von den glücklichen Kindertagen, die sie hier verbracht hat (siehe Wulfener Chronik 1938-1975).

Bundesverdienstkreuz 1957 [? Quelle?]. Sie lebte und starb in Olsberg bei Brilon.

Der Vorschlag des Heimatvereins im Jahre 1952 zu einer Maria-Kahle-Straße betraf den heutigen "Kleinen Ring" und wurde wohl wegen der Rolle der Dichterin im Dritten Reich nicht realisiert.

1989 wurde vom Vermessungsamt vorgeschlagen, die Kahlstraße umzubennen. Nach Recherchen der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Vera Konieczka über die NS-Vergangenheit der Autorin, wurde der Vorschlag verworfen. xxxx

Nach ihr benannte Straßen in Olsberg und Sundern erhielten 2013 bzw. 2014 neue Namen (Google Maps verzeichnet aber 9/2014 die in Sundern noch).

Eine Straße gibt es noch in Beckum sowie Maria-Kahle-Wege gibt es in Arnsberg und Wickede.

Außerhalb Westfalens gab es seit 1936 eine Maria-Kahle-Schule in Schwäbisch Gmünd. Das Gebäude wurde später von anderen Schulen benutzt, trug aber noch bis 2012 außen den alten großen Schriftzug.

Zitat 1937

"Aufwühlender als wir hat keine andere Landschaft des Reiches den Einbruch der Industrie und Technisierung und Rationalisierung auch des ländlichen Lebens und als Gefährlichstes im Industriegebiet die Verwirrung durch fremdrassige Unterwanderung erlitten; verwüstender als dort hat nirgendwo die Zivilisation altes Kulturland überschwemmt und überlieferte Bindungen zerstört. Aber was vor einem Jahrzehnt noch Chaos schien, gliedert sich nun bereits zu neuen Ordnungen, ein neues Lebensgefühl beginnt einen ihm gemäßen Lebenstil zu formen."
Abgedruckt im Vestischen Kalender 1938 S.43f : Maria Kahle, Trägerin des 2. westfälischen Kulturpreises, bekennt sich zur Heimat (Westfalentag 1937 in Paderborn)


Heimatkalender

  • Zum 90. Geburtstag der Dichterin Maria Kahle [1891-1975] / Helmut Scheffler. Heimatkalender 1981, S.136-139 [ganz unkritisch !]
  • Kindertage im Münsterland / Maria Kahle. Heimatkalender 1955, S.37-40
  • Wulfen [Gedicht] / Maria Kahle. Heimatkalender 1953, S.27f. Auch abgedruckt in Wulfen - Geschichte und Gegenwart S.244. Hier im Wulfen-Wiki zu finden auf der Seite "Gedichte".


1926 16 Gedicht Vaterland

1926 20 Gedicht Westfälische Heide

1926 54 Gedicht Maienkönigin

1926 60 Gedicht Kinderlied

1927 17 Gedicht Münsterland

1927 30 Gedicht Widukinds Weihnacht

1928 3 Gedicht Vaterland

1928 86 Gedicht Erinnerungen

1929 38 Gedicht Heidekind

1930 36 Gedicht Durchhalten

1931 52 Gedicht Heimweh

1953 27 Gedicht Wulfen

1955 32 Gedicht-Heimat

1955 37 Kindertage im Münsterland

1955 58 Gedicht Eine westfälische Frau

1956 23 Gedicht Vertriebene

1956 97 Gedicht Unsere Gefallenen

1957 112 Gedicht Weihnacht der Vertriebenen

1958 25 Gedicht Rose im Schnee

1958 68 Gedicht Baum auf der Heide

1960 37 Gedicht: Am Anfang war der Bauer

1963 15 Gedicht: Erste Blumen im Mai

1966 104-106 Heimkehr ins Dorf [Erzählung aus dem Sauerland]

Literatur

  • Bracht, Hans-Günther : Maria Kahle - als Heimatdichterin und Publizistin eine Wegbereiterin des Nationalsozialismus?, in: Heimatblätter [Lippstadt] 83 (2003), S. 188-192
  • Bracht, Hans-Günther : Maria Kahle als Volkstumspropagandistin - Öffentliches Auftreten und Unterrichtsmaterialien im Dienste des Nationalsozialismus. In: Heimatblätter [Lippstadt] 85 (2005), S.9-14
  • Bürger, Peter: Der völkische Flügel der sauerländischen Heimatbewegung : Über Josefa Berens-Totenohl, Georg Nellius, Lorenz Pieper und Maria Kahle [diese S. 48-64] – zugleich ein Beitrag zur Straßennamen-Debatte. In: daunlots Nr.60 / internetbeiträge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe. daunlots. http://www.sauerlandmundart.de/pdfs/daunlots%2060.pdf
  • Peter Bürger (Hg.): Maria Kahle (1891-1975), Propagandistin im Dienst der Nationalsozialisten. – Beiträge von Hans-Günther Bracht, Peter Bürger, Karl Ditt, Walter, Gödden, Wolf-Dieter Grün, Roswitha Kirsch-Stracke, Werner Neuhaus, Iris Nölle-Hornkamp und Friedrich Schroeder. Eslohe 2014, PDF


Weblinks


Siehe auch