Der Mergensche Stein
Ursprünglich war dieser Stein einer der Grenzsteine, die die alte Grenzlinie von 1564 zwischen der Herrlichkeit Lembeck und der Herrlichkeit Haus Ostendorf markierten. Der Heimatverein Wulfen ist seit den 30er Jahren in Schnatgängen mehrfach die Grenzen der Gemeinde abgelaufen. Damit wurde die Einhaltung der Grenzen „geprüft“. Der Grenzstein, der am Heimathaus Wulfen im September 2026 aufgestellt wurde, hat über 35 Jahre schon nicht mehr an seinem historischen Standort gestanden. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Dorsten konnte der Eigentümer der landwirtschaftlichen Fläche (seit 1972 durch Geländetausch im Besitz der Familie Mergen) nun dem Heimatverein Wulfen diesen Stein überlassen. Da dieser Stein nun nicht mehr die „Funktion“ als Grenzstein hat, wurde er von der Geschichtsgruppe des Heimatvereins Wulfen als „Mergenscher Stein“ betitelt. Seine Ausrichtung am Heimathaus Wulfen entspricht derjenigen an der ursprünglichen Grenzlinie. Die Herrschaftszeichen an den beiden Seiten sind als solche erkennbar. Der ursprüngliche Standort liegt 972 Meter südöstlich vom Heimathaus.
NW-Seite (Wulfen/Herrlichkeit Lembeck)
Am Mergenschen Stein sind drei Vertiefungen sowie eine feine Randlinie erkennbar, die das Wappen der Herren von Westerholt darstellen. Von 1526 bis 1708, also auch zur Zeit der Grenzziehung von 1564, waren die Herren von Westerholt auch die der Herrlichkeit Lembeck.
SO-Seite (Lippramsdorf/Herrlichkeit Ostendorf)
Da es sich um eine Grenzmarkierung aus feudalistischer Zeit handelt, muss es sich auf der anderen Seite ebenfalls um ein adeliges Wappen handeln. Seit 1358 waren die Herren von Raesfeld Besitzer der Herrlichkeit Ostendorf.
Weil sich der hiesige Sandstein schlecht bearbeiten lässt und im Laufe der Jahrhunderte etwas verwittert, ist das Wappen schwieriger zu erkennen.
Zu sehen ist oben eine schmale waagrechte Vertiefung. Darunter ein ungefähr gleich breiter stehengelassener Steg. Unten dann eine größere Vertiefung. Dies kann man lesen als ein Wappen aus drei waagrecht gestreiften Feldern, die aber nicht gleich groß sind. Das dreigeteilte Wappen der Herren von Raesfeld zeigt einen waagrechten (aber nicht genau mittigen) schmalen blauen Balken auf goldenem Grund. Wenn man sich die goldenen Flächen im Stein als Vertiefungen vorstellt, ist der Steg dazwischen der blaue Streifen.
Ausführliche Informationen
Zur Grenze und zu den anderen Grenzsteinen: